„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
Symbolik der 9 – Vollendung, Auflösung und Neubeginn
Die Zahl 9 ist die letzte einstellige natürliche Zahl und dementsprechend steht sie in der Philosophie der Zahlen symbolisch auch meist im Zusammenhang mit dem Bild des Abschlusses, dem Ende oder sogar dem Tod. Aber mit der Zahl 9 endet weder der Zahlenstrahl der natürlichen Zahlen noch die symbolische Welt. Denn die 9 ist kein endgültiges Ende. Sie ist vielmehr die notwendige Voraussetzung für etwas Neues. Sie schließt lediglich einen Zyklus. Die 9 ist sowohl die Tür aus der Welt heraus wie auch die Tür in eine neue Welt hinein. Jeder kennt dieses Ende eines Zyklus. Die Blüte, die verwelkt. Das Jahr, das zu Ende geht. Die Schulzeit, die ihren Abschluss findet, der Sonnenuntergang, der den Tag beendet. Die Symbolik der 9 hat Bezug zu etwas Melancholischem, bedeutet aber kein endgültiges Ende. Vielmehr ist der Untergang die notwendige Voraussetzung für den Neubeginn und damit Voraussetzung für die Schönheit des Lebens. Das Wort Neun hat in vielen Sprachen eine etymologische Nähe zum Wort „neu“ auf. Die 9 trägt den Funke des Neuen in sich.
Der 9förmige Stab
In der 9 kommt alles zusammen, es schließt sich der Kreis, alle Gegensätze lösen sich auf. Die 9 vollendet eine Entwicklung, so wie der Schulabschluss die Schulzeit beendet oder die Taufe eines Schiffs dessen Bauzeit. Die Symbolik der 9 steht für Vollendung, alles kommt in ihr zusammen. Ein jahrtausendealtes Symbol für Personen, die vollendete Macht über die Welt besitzen ist der neunförmige Krummstab. Hirten, Herrscher, Priester und Bischöfe tragen ihn als Symbol dafür, dass sie ihre Welt in Gänze verstanden haben und beherrschen. Das Symbol, das die Form einer 9 hat, besteht mindestens seit der Zeit der alten Ägypter– mehr dazu in Das Besondere an Pyramiden.
Die Zahl 9 taucht in den Glaubenslehren dementsprechend häufig in Verbindung mit dem Göttlichen oder der höchsten Weisheit auf. Pythagoras verwendete zur Beschreibung der 9 die Metaphern des Horizonts und des Ozeans, „weil nichts über sie hinausgeht und sich alles in ihr dreht“. Dies ist ein passendes Bild, da der Horizont das (scheinbare) Ende der Welt darstellt. In der Zahlenreihe wie auch innerhalb der Universalprinzipien bildet die 9 einen Abschluss. Er ist aber kein endgültiges Ende, sondern – wie der Horizont – nur eine Grenze, über die sich nicht hinausblicken lässt.
Synonyme für das Prinzip der Zahl 9:
Vollendung, Abschluss, Neutralisation, Untergang, Tod. Symbole sind der Krummstab, Hirtenstab, Bischofsstab, Herr der zwei Welten, Sonnenuntergang.
Frage:
Hast du auch manchmal Angst vor dem Ende einer Etappe oder eines Lebensabschnitts? Ach du grüne Neune!
Zitate zur Symbolik der 9:
„Neun Welten kenn ich, neun Hölzer weiß ich mächtigen Mittelbaums im Staube der Erde.“
(Völuspa, Gedicht des nordischen Mittelalters)
„Dreimal dein und dreimal mein und dreimal noch, so macht es neun – Halt! Der Zauber ist gezogen!“
(Shakespeare, Macbeth)
„Und Neun ist Eins, und Zehn ist keins, Das ist das Hexen-Einmal-Eins!“
(Die Hexe in Faust, Johann Wolfgang von Goethe)
Hier zur Symbolik der anderen Zahlen -> Prinzip der Zahlen.
Bildnachweise: iStock.com/LagartoFilm (Zahlen auf grünem Hintergrund)